Jenny Jannowitz
Jenny Jannowitz

Josia Krug (Oliver Eulenberg), Hergard Engert (Mutter), Linda Riebau (Jenny Jannowitz), Pablo Guaneme Pinilla (Karlo Kollmar), Anna Lisa Grebe (Sibylle & Co.), Rainer Scharenberg (Doktor Pappeldorn & Co.)
Jenny Jannowitz

im Vordergrund: Pablo Guaneme Pinilla (Karlo Kollmar), hinten: Hergard Engert (Mutter), Josia Krug (Oliver Eulenberg), Anna Lisa Grebe (Sibylle & Co.), Rainer Scharenberg (Doktor Pappeldorn & Co.)
Jenny Jannowitz
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WEITERE BILDER
premiere

Michel Decar

Jenny Jannowitz


# Wer hat an der Uhr gedreht?
Premiere am 18.03.2017, Schauspielhaus
 
Tragikomödie


Besetzung
Autor Michel Decar
Regie (nach einem Konzept von Franziska Marie Gramss und Nikolai Meinhold) Nicole Erbe
Dramaturgie Alexandra Engelmann
Karlo Kollmar Pablo Guaneme Pinilla
Sibylle & Co. Anna Lisa Grebe
Mutter Hergard Engert
Doktor Pappeldorn & Co. Rainer Scharenberg
Oliver Eulenberg Josia Krug
Jenny Jannowitz Linda Riebau
Chor der Gegenstände Alle
weitere Termine

Pressestimmen

nachtkritik, 19.03.2017

„Jenny Jannowitz“ ist in der Regie von Nicole Erbe nun eine musikalische, sehr genau rhythmisierte Aufführung geworden und gerade so boulevardesk, wie es notwendig ist. […]Karlo Kollmar wird gespielt von Pablo Guaneme Pinilla, der immer wieder eindrückliche Momente kindlicher Sensibilität und tief empfundener Ausweglosigkeit zeigt. Unendlich müde ist er, und so verschläft Karlo auch mal eine ganze Jahreszeit – denn Schlaf ist das wahre Luxusgut unserer Epoche.

Friederike Felbeck

Neuss-Grevenbroicher Zeitung, 20.03.2017

In rasend schnellem Wechsel geht es durch Zeit und Raum. Während alle genau zu wissen scheinen, wann und wo sie sich befinden, scheint Karlo sich immer mehr zu verlieren und sich zu fragen, wo und wann er den Anschluss verpasst hat. Pablo Guaneme Pinilla spielt sich glaubhaft in eine Verzweiflung hinein, die ihn als einzigen in diesem großen puppenhaften Spiel zum Menschen macht.
[…]ein Stück, das schlüssig in Szene gesetzt ist, nicht nur lachen, sondern auch nachdenken lässt.

Helga Bittner

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Weitere Rezensionen unserer Theatertester finden Sie hier.

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Hat Karlo Kollmar die Zeit überholt oder war die Zeit schneller als er? Jedenfalls glaubt er, den kompletten Winter verschlafen zu haben, wird aber für besondere Arbeitsleistungen mit Sonderurlaub belohnt:
Die Zeitökonomie an seiner Arbeitsstelle ist perfekt, es gibt in nächster Zeit nichts zu tun.
Karlos Freundin Sibylle heißt im Handumdrehen Sabine und plant, dass endlich mal Zeit für einen gemeinsamen Salat ist. Je exotischer die Reiseziele seiner Mutter sind, desto häufiger wechselt sie die Lebenspartner. Karlo selbst war gerade noch an der Spree und ist schon an der Elbe oder doch in Wien. Schließlich sind es nur noch fünf Minuten bis Dubai. Ist er eben noch fünfundzwanzig gewesen, feiert er seinen zweiunddreißigsten Geburtstag und wird von der rothaarigen Simone oder von Susanne mit der guten Figur verlassen. Sein Freund Oliver übernimmt ganz selbstlos Karlos Freundin und Arbeitsplatz.
Endlich möchte sich Karlo bei seinem Chef beschweren, doch der heißt längst nicht mehr Doktor Pappeldorn sondern Patuschka. Allein bei jeder Begegnung Karlos mit Jenny Jannowitz scheint die Zeit anzuhalten, nur um anschließend schneller zu rasen.
Michel Decar hat den Begriff des ‚Flexiblen Menschen‘ der Gegenwart beim Wort genommen und auf die Spitze getrieben. Sein Held Karlo Kollmar, ein Mann ohne besondere Eigenschaften, ist permanent tapfer auf der Suche nach einer verlorenen Zeit. Decars Tragikomödie blickt satirisch auf die anhaltende Beschleunigung und die Selbstoptimierung, die nötig ist, um ihr standzuhalten.

Wenn Sie mehr wissen wollen

Näheres zum Autor Michel Decar finden Sie auf der Seite des Rowohlt Theaterverlags
sowie hier.


Einen sehr interessanten Artikel zum Thema „Zeit“ finden Sie in der zweiten Ausgabe 2017 der Zeitschrift „Die Zeit“.

Wilhelm Heinrich Wackenroder hat bereits um 1800 den modernen Zeitumtrieb gespürt und eine eindringliche Parabel
geschrieben.

Der Soziologe Hartmut Rosa ist einer der Beschleunigungskritiker unserer Zeit.

Literatur zum Thema finden Sie wie immer im Theaterregal der Stadtbibliothek.