Joseph Conrad

Herz der Finsternis



Premiere am 16.03.2019, Schauspielhaus
 
Romanadaption



Ende des 19. Jahrhunderts heuert der Seemann Marlow für eine belgische Handelsgesellschaft auf einem Dampfschiff an. Er soll auf dem schwarzen Fluss immer weiter ins Herz Afrikas vordringen, um in den Tiefen des Kontinents einen mysteriösen Handelsagenten namens Kurtz aufzuspüren. Dieser soll der erfolgreichste, aber zugleich auch der brutalste Elfenbeinhändler der Gegend sein. Er hat sich ein gottgleiches Imperium geschaffen, über das er tyrannisch herrscht. Von düsterer Faszination angetrieben, begibt sich Marlow auf die Suche nach dem geheimnisvollen Mann und wird dabei mit der Brutalität des Kolonialismus konfrontiert – und mit den Abgründen des eigenen Ich. Marlow sieht ein Land, das leidet und dessen Bevölkerung von den Belgiern im Auftrag König Leopold II. ausgenutzt und geknechtet wird. Was Marlow auf dieser Reise sieht und erlebt, wird er nie vergessen können. Auch seine eigenen Maßstäbe, was gut und was böse ist, geraten ins Wanken.

Joseph Conrads Erzählung zeigt anhand einer düsteren Reise, wie schmal der Grat zwischen Zivilisation und Barbarei ist. Das Werk diente Francis Ford Coppola als Vorlage für sein filmisches Meisterwerk „Apocalypse Now“.

Joseph Conrad (1857-1924) war gebürtiger Pole, verließ aber seine Heimat und heuerte mit 17 Jahren in Frankreich als Matrose an. 13 Romane und zahlreiche Kurzgeschichten hat er geschrieben, durch die er zum Meister der englischen Sprache wurde, obwohl er sie erst als Erwachsener erlernt hatte. Viele Schauplätze und Figuren seiner Werke entstammen seinen abenteuerlichen Seereisen. So ist auch die Erzählung „Herz der Finsternis“ weitgehend autobiographisch.