Anton Tschechow

Der Kirschgarten



Premiere am 10.05.2019, Schauspielhaus
 
Komödie



Nach fünf Jahren kehren Ljubow Ranewskaja und ihre 17-jährige Tochter Anja aus Paris in ihre Heimat Russland und auf ihr Landgut zurück, das für seinen wundervollen Kirschgarten in der ganzen Gegend berühmt ist. Doch das Gut ist mittlerweile rettungslos verschuldet. Die Zwangsversteigerung droht. Der Kaufmann Lopachin schlägt vor, den Kirschgarten abzuholzen und das Gelände parzelliert zum Bau von Sommerhäusern anzubieten. Doch die Besitzerin weigert sich, das Gut durch Verkauf zu retten. Sie kann nicht von ihm lassen, auch wenn es sie schon längst nicht mehr interessiert. Zu sehr hängt sie an ihren Erinnerungen an ihren Mann und ihren kleinen Sohn, die beide auf dem Gut gestorben sind. Anja hingegen möchte die Vergangenheit hinter sich lassen und mit dem ehemaligen Hauslehrer Trofimow ein neues Leben beginnen. Die übrigen Bewohner halten ebenfalls an ihren Erinnerungen fest und hoffen auf die finanzielle Unterstützung einer reichen Tante. Aber das Wunder geschieht nicht, der Kirschgarten wird versteigert und Lopachin wird der neue Besitzer.

Anton Tschechow bezeichnete sein Stück „Der Kirschgarten“ als Komödie. Ihren Humor erhält sie durch einen genauen Blick auf die Figuren, die auf ihre Vergangenheit fixiert sind und dabei die Zukunft verpassen. Dabei stellt Tschechow sie niemals bloß. „Der Kirschgarten“ erzählt als großes Ensemblestück von einem folgenreichen Zeitenwandel.

Anton Tschechow ist einer der bekanntesten russischen Autoren des 19. Jahrhunderts. Seine Novellen, Romane und Dramen sind bis heute nicht aus der Literatur wegzudenken. Gerade seine Dramen, neben dem „Kirschgarten“ vor allem „Die Möwe“ und „Drei Schwestern“ beweisen durch ihre vielschichtigen Charakterzeichnungen ihre Wirkungskraft.