vom Blatt zur Bühne

Neue Dramatische Texte am Rheinischen Landestheater Neuss

Keine Termine in Planung.
Donnerstag, 13. Mai 2021, 19:30 Uhr, Online

Folge 3: Autorin Bettina Erasmy und ihr Stück »Der ideale Staat in mir«

Zu Gast ist dieses Mal die renommierte Autorin Bettina Erasmy. In einer komprimierten Lesung durch unsere Schauspieler*innen wird ihr 2019 am Vorarlberger Landestheater Bregenz uraufgeführtes Stück  »Der ideale Staat in mir« vorgestellt. Anschließend diskutiert RLT-Chefdramaturgin Eva Veiders mit der Theaterautorin unter anderem über die Entstehung des Stückes und die möglicherweise veränderte Interpretation durch die pandemische Erfahrung, sowie über unterschiedliche Arbeitsweisen beim Schreiben von Theaterstücken und Lyrik. Selbstverständlich ist auch dieses Mal das Publikum herzlich eingeladen, erste Eindrücke zu schildern und mit der Autorin zu diskutieren.

Mit »Der ideale Staat in mir« entwickelte Bettina Erasmy 2019 durch ihre Auseinandersetzung mit den Mechanismen und dem sogenannten Blasendenken innerhalb der sozialen Netzwerke beinah visionär das Stück der Stunde in unserer pandemisch geprägten Gegenwart. Zentrale Figur ist ein in Isolation lebender Influencer, umgeben von einer Welt, die aufgrund einer nicht näher bestimmten Katastrophe nicht mehr bewohnbar ist. Ohne sozialen Austausch radikalisiert sich sein Denken zusehends, während er gleichzeitig im Internet einen anonymen Resonanzraum findet. In seinem stillen Kämmerlein mag seine Vision des idealen Staats bedeutungslos sein, doch im Netz stößt sie auf ganz reale Augen und Ohren – es kommt zu blutigen Aufständen. Doch es scheint noch Hoffnung zu geben! Denn noch hat die Natur nicht aufgegeben! Unter anderem vom Klimawandel arg gebeutelt ergreift sie das Wort und setzt sich für ein zivilisatorisches Gegenmodell ein.

Die Frage um Macht und ihre mediale Durchsetzung könnte aktuell nicht drängender sein. Erneut bewies Bettina Erasmy mit »Der ideale Staat in mir« ihr Gespür für aktuelle politische Debatten, die sie mit einer hohen sprachlichen Eleganz und Leichtigkeit in ihren Texten zu reflektieren weiß.

Die gebürtige Kölnerin studierte Germanistik, Philosophie und Anglistik in Köln und Vancouver/Kanada. Anschließend arbeitete sie u.a. als Dramaturgin, bevor sie das literarische Schreiben als freiarbeitende Autorin in den Mittelpunkt ihres Schaffens setzte. Sie schreibt Prosa, Lyrik, Hörspiele und Dramatik und lebt in Berlin. Für ihr Stück »Chapters«, das vor seiner Uraufführung bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen als Hörspiel produziert wurde, erhielt sie bei den ARD Hörspieltagen 2014 den ARD Online Award. Ihre Stücke wurden unter anderem am Landestheater Tübingen, an der Berliner Volksbühne, am Staatstheater Darmstadt, am Schauspielhaus Bochum, am Theater Basel, am Staatstheater Kassel, an den Ruhrfestspielen Recklinghausen, am ETA Hoffmann Theater Bamberg und am Vorarlberger Landestheater Bregenz uraufgeführt.

 

Anmeldung

Anmelden können Sie sich bei Max Schubert: m.schubert@rlt-neuss.de

Melden Sie sich bitte bis zum 13. Mai, 12.00 Uhr, verbindlich zur Teilnahme an der Zoom-Veranstaltung an! Die Teilnahme ist kostenlos, die Kapazitäten sind begrenzt. Sie erhalten nach der Anmeldung eine E-Mail mit dem Link, über den Sie sich zehn Minuten vor Beginn der Veranstaltung einwählen können. Der Link ist nur für Sie persönlich bestimmt und darf nicht weitergegeben werden. Für Ihre Teilnahme benötigen Sie die Software Zoom, die Sie sich hier kostenlos herunterladen können. Audio und Kamera aller Zuschauer*innen sind beim Betreten des Zoom-Raums standardmäßig ausgeschaltet, bitte aktivieren Sie diese während der gesamten Veranstaltung erst dann, wenn Sie dazu eingeladen werden. Bei Fragen steht Ihnen während der Veranstaltung ein*e Moderator*in des Rheinischen Landestheaters im Zoom-Chat zur Verfügung. Bei Verstößen gegen unsere Netiquette können Sie von der Veranstaltung ausgeschlossen werden.



Der Text ist im deutschsprachigen Theater nach wie vor in der Regel die Grundlage einer Inszenierung. Spätestens mit Lessing begann die Professionalisierung des Schreibens und das Berufsbild des Dramatikers, beziehungsweise der Dramatikerin, entstand. Lessing, Goethe, Schiller, Brecht, Dürrenmatt - ihnen ist es geglückt, mit ihren Texten nicht nur in die Bücherregale der Menschen, sondern auch in den sogenannten »Kanon« zu gelangen.

Soweit, so gut. Aber wie verhält es sich mit der Gegenwartsdramatik, mit Texten, die aktuell entstehen und möglicherweise spannende heutige Erzählformen bedienen und/oder uns mehr meinen, weil sie ganz konkret zu unserer Zeit etwas zu sagen haben? Nur wenige kennen Theaterautor*innen der Gegenwart. Das wollen wir ändern!

Mit unserem neuen Format »Vom Blatt zur Bühne« schaffen wir eine Plattform, um die Gegenwartsdramatik in den Fokus zu rücken. Wir laden  Theaterautor*innen ein, reden mit ihnen über ihre aktuellen Arbeiten, und stellen außerdem eines ihrer Stücke in einer komprimierten Lesung  vor. Und das Beste: Sie sind live dabei, können Ihre Eindrücke mit uns teilen und Fragen zum Stück direkt an die Gastautorin oder den Gastautor stellen.

 

Die bisherigen Folgen:

Teil 1: Olivier Garofalo
Teil 2: Sergej Gößner

Besetzung

 

Szenische Einrichtung
Szenische Einrichtung
Moderation
Autor
Bettina Erasmy

Termine


Samstag, 14.September
Schauspielhaus
STREICHHOLZSCHACHTEL-THEATER
Premiere
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