Konstantin Küspert

Europa verteidigen



Premiere am 02.03.2019, Schauspielhaus
 
Schauspiel



Europa. Für die einen ein strahlender Hoffnungsschimmer am Ende einer langen Reise, für andere eine nervige Verpflichtung, die man nicht schnell genug wieder loswerden kann. Die Funktion der Europäischen Union wird so kontrovers diskutiert wie nie: Entspricht die Vorstellung von der sicheren „Festung Europa“ noch der Realität? Was verbindet die europäischen Länder miteinander - außer einem gemeinsamen Wirtschaftsraum? Und: Wer darf mitmachen und wer nicht?

Schon die Namensgeberin des europäischen Kontinents hatte es nicht leicht: Die phönizische Königstochter Europa denkt nichts Böses, als sie Zeus in Gestalt eines umwerfenden weißen Stiers entdeckt - doch ehe sie sich versieht, wird sie von selbigem aus ihrer asiatischen Heimat auf die Insel Kreta verschleppt und dort brutal vergewaltigt. Verzweifelt will sie ihrem Leben ein Ende bereiten - doch die Liebesgöttin Aphrodite macht Europa Mut und prophezeit ihr eine glänzende Zukunft: Sie wird Griechenland, das Römische Reich und auch das Christliche Abendland beherbergen und mit ihrem Namen für einen Kontinent der Aufklärung und der technischen Revolutionen stehen.

Doch was ist noch übrig von den Prophezeiungen Aphrodites und den großen europäischen Werten, wie Demokratie, Frieden und Freiheit?
Konstantin Küspert hat mit seinem wilden Ritt durch die europäische Geschichte eine Textcollage geschaffen, die Mythos, Geschichte und Meinung verbindet und ein realistisches Bild unseres europäischen Status' Quo zeichnet. Sind wir eigentlich noch zu retten?

Konstantin Küspert wurde 1982 geboren und studierte Germanistik, Politik und Philosophie an der Universität Wien und Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin. Er arbeitet als Dramaturg und Autor. In seinen Theatertexten reflektiert er gegenwärtige politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er gilt als einer der profiliertesten deutschsprachigen Dramatiker seiner Generation.