Die Perser



Premiere am 18.05.2019, Studio
 
Tragödie | nach Aischylos



Unheilvolle Träume plagen die Perser-Königin Atossa, während sie auf die Rückkunft ihres Sohnes Xerxes wartet. Mit dem gesamten persischen Heer ist er gegen Griechenland gezogen, um die dortigen Stadtstaaten unter seine Herrschaft zu zwingen. So will er den gewaltigen Feldzug fortsetzen, den bereits sein verstorbener Vater Dareios begonnen hat, um Persien zu einem Weltreich zu machen. – Atossas düstere Ahnungen werden jedoch zur Gewissheit. Ein Bote verkündet die verheerende Niederlage der persischen Flotte und damit den katastrophalen Untergang einer ganzen Generation. In ihrer Verzweiflung beschwört Atossa den Geist des toten Dareios herauf. Er offenbart, dass nicht Schicksal oder Götterfluch zum Untergang geführt haben, sondern allein die Verblendung, Selbstüberschätzung und Inkompetenz des eigenen Sohnes Xerxes.
Die Perser, 472 v. Chr uraufgeführt, gilt als das älteste noch erhaltene Drama der Welt. Sein Dichter Aischylos nahm acht Jahre zuvor selbst an der Seeschlacht von Salamis teil, die den historischen Kontext der Handlung bildet. Sie gilt als wichtigster Markstein in der Behauptung der abendländischen Welt gegen die militärische Bedrohung durch den Osten. Umso interessanter ist, dass Aischylos den Hergang nicht aus der Sicht der griechischen Sieger erzählt, sondern an der Niederlage der feindlichen Verlierer Anteil nimmt. Er beschwört ein albtraumhaftes und zeitloses Bild von Gier, Untergangsangst, Verblendung und politischem Scheitern.
Die Inszenierung des jungen Regisseurs Adrian Linz ist eine Kooperation mit der Akademie für Theater und Tanz Amsterdam.